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Pressekommunique

Lokführerverband stellt sich kritisch zum Eisenbahner-GAV


Ein Rahmen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für Schweizer Eisenbahner soll im April 2006 unterschriftsreif vorliegen und für alle Normalspurbahnen gelten.

Die Sozialpartner der Bahnen, darunter auch der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter VSLF, führen Gespräche mit den Bahnen SBB, BLS Lötschbergbahn und Südostbahn (SOB).

Der VSLF stellt sich kritisch zu einem Rahmen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV).

Dies im Hinblick auf den Verlauf der Verhandlungen zum GAV der BLS Lötschbergbahn vom 20. Sept. 2005, wo die arbeitszeitliche Regelungen für die Eisenbahner merklich verschlechtert wurden.
Es ist zu befürchten, dass sich mit einem Rahmen-GAV dieser Trend fortsetzen wird.

Ob ein Rahmen-GAV als Instrument gegen Sozialdumping durch ausländische Eisenbahnunternehmen, speziell im Güterverkehr, Wirkung zeit, ist fraglich.

Abkommen und Absichtserklärungen, wie der VSLF mit der Güterverkehrsfirma Rail4chem am 25. Mai 2005 unterzeichnet hat, bieten einen guten Schutz vor Lohndumping.

Der VSLF muss feststellen, dass der ausländischen Konkurrenz für die Schweizer Bahnen und insbesondere für das Lokpersonal nur minimale und kaum kontrollierbare flankierende Massnahmen entgegenstehen.

Ein Rahmen-GAV wird diese ausländische Konkurrenz nicht eindämmen.

VSLF, 23. September 2005
Pressesprecher Hubert Giger

www.vslf.com


Pressekommunique

VSLF lehnt den GAV der BLS Lötschbergbahn AG ab


Am 20. September 2005 wurde der Gesamtarbeitsvertrag zwischen der BLS Lötschbergbahn AG und den Personalvertretern SEV und transfair unterzeichnet.

Der VSLF lehnt diesen GAV ab und blieb in der Folge der Unterzeichnung fern.

Anfang 2004 beschlossen die BLS Lötschbergbahn AG und die Gewerkschaften SEV, transfair und VSLF, die bisherigen einzelarbeitsvertraglichen Bestimmungen in einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zusammenzufassen.

Die drei Gewerkschaften schlossen sich zu einer Verhandlungsgemeinschaft zusammen, um die Arbeitnehmer der BLS AG effizient vertreten zu können.

Die GAV Verhandlungen zogen sich über Monate ohne greifbare Resultate dahin.

Erschwerend kam hinzu, dass im Hinblick auf die geplante Fusion der BLS AG mit der RM - Regionalbahnen Mittelland AG der GAV zusätzlichen Anforderungen gerecht werden sollte.

In den letzten beiden GAV Sitzungen vom Juli 2005 wurden die bestehenden Differenzen unter enormem Zeitdruck verhandelt, und das Ergebnis von beiden Parteien geprüft.

Das Ergebnis sind Verschlechterungen der arbeitszeitrechtlichen Regelungen und Kürzungen bei den Abgeltungen für unregelmässige Arbeitszeit. Die Verlierer des BLS GAV sind die unregelmässig arbeitenden Eisenbahner.

Der VSLF führte eine Urabstimmung unter seinen aktiven Mitgliedern bei der BLS durch, welche beinahe Einstimmig abgelehnt wurde.
In der Folge forderte der VSLF Verbesserungen, auf welche weder die BLS AG noch die beiden Partnergewerkschaften eintraten.

Aus diesen Gründen konnte der VSLF den GAV nicht unterzeichnen.

VSLF, 20. September 2005
Pressesprecher Hubert Giger

www.vslf.com


Basler Zeitung / Titelseite, Freitag, 9.9.2005

SBB-Störungen nehmen zu

Dichter Fahrplan lässt Züge häufiger ausfallen

Philipp Loser

Überlastetes Rollmaterial, überlastete Lokführer, überlastetes Wartungspersonal. Bahnexperten verzeichnen seit dem Start der Bahn 2000 eine massive Steigerung von Bahnstörungen.

Alleine während der vergangenen zwei Tage ereigneten sich auf dem Bahnnetz in der Nordwestschweiz vier Pannen. Ein Pufferteller eines Schnellzuges zwischen eines Schnellzugs zwischen Basel und Luzern fiel einfach ab, die Bremsen eines ICE begannen zu rauchen, im Fricktal war eine Fahrleitung gestört und im Hauensteintunnel brannte eine Lok. Auch in der restlichen Schweiz wurde – von den Bundesbahnen nicht kommunizierte – Ereignisse verzeichnet. In Flamatt (FR) und Erstfeld (UR) fiel jeweils eine Lok aus, erstere gleich zweimal. Von einem „schwierigen Mittwoch“, reden Lokführer in einem Internetforum.

Der vergangene Mittwoch war beileibe nicht der erste „schwierige Tag“ seit der Umstellung der SBB auf die Bahn 2000. „Besonders in der Nordwestschweiz erreicht die Bahn die Grenze der Kapazität“, sagt Willi Rehmann von der Kundenorganisation Pro Bahn. Ein Lokführer, der aus Angst vor Repressionen der SBB-Direktion anonym bleiben will, doppelt nach: „Seit der Umstellung gibt es eindeutig mehr Pannen.“ Das Rollmaterial werde durch den dichten Fahrplan viel mehr belastet und durch den knappen Personalbestand bei der Wartungsabteilung können viele Reparaturen nicht mehr gemacht werden.
Dass sich die Häufung der Störungen nicht in der Pünktlichkeitsstatistiken niederschlägt, hat einen einfachen Grund: Ausgefallenen Züge tauchen in der Statistik, die für das Jahr 2004 den beachtlichen Wert von 97.5 Prozent Pünktlichkeit ausweist, nicht auf. „Lässt sich eine Störung nicht innerhalb einer halben Stunde beheben, lässt man den Zug ausfallen“, erläutert Hubert Giger, Sprecher des Verbandes Schweizerischer Lokführer. Und das passiert seit Anfang des Jahres häufiger: Wie Recherchen des „Beobachter“ ergeben haben, fällt bei 6500 Personenzügen pro Tag im Schnitt jeder 170. Zug aus.

SBB Dementieren
Bei den SBB will man diese Argumente nicht gelten lassen. „Falls wir tatsächlich eine Häufung der Störungen hätten, wäre innert kürzester Zeit eine Task Force an der Arbeit“, sagt SBB-Sprecher Roger Baumann. Wie ein Auto könne auch ein Zug eine Panne haben. „Manchmal gibt es mehr, manchmal weniger Störungen. Übers Ganze gesehen, bleibt die Statistik stabil.“
Alfred Zahler, Mitglied des Vorstands IG öffentlicher Verkehr, will da so nicht glauben: „Auch wir beobachten eine Zunahme der Störungen.“ Nun will die Konsumentenorganisation bei der SBB-Direktion vorstellig werden.


Zürich, den 27.5.2005

Pressecommunique des Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter VSLF

Stellungsnahme des VSLF betreffs Einsatzes von ausländischen Lokomotivführern in der Schweiz.

Der VSLF sieht die momentanen Arbeitsbedingungen des Lokpersonals in der Schweiz durch das Führen von Zügen mit Lokführern zu ausländischen Anstellungsbedingungen gefährdet und fordert einen ein Schutz des inländischen Personals.

Die Gefahr der Verschiebung von Arbeitsplätzen ins grenznahe Ausland ist akut, zumal das Durchqueren der Schweiz mit Transitzügen durch ausschliesslich ausländisches Personal problemlos möglich ist.
Die Bereitstellung von, mit Steuergeldern finanzierten Basistunneln bei gleichzeitiger Vernichtung von nationalen Arbeitsplätzen ist Volkswirtschaftlich nicht vertretbar.

Europaweit tätige Transportfirmen sind bereit, ihr Lokpersonal entsprechend ihrem Einsatzgebiet zu den jeweils landesüblichen Bedingungen zu Entlöhnen. Damit ist eine sozialverträgliche Abwicklung des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs gewährleistet und trägt zur Sicherung der inländischen Arbeitsplätze bei.
Der VSLF ist bei Gesprächen mit diesen Transportfirmen beteiligt.

Pressestelle VSLF


Kommunikationskoordinator Koko VSLF
Hubert Giger
044/431 99 16
0512/81 26 96
koko@vslf.com




Aargauer Zeitung / Inland

Samstag, 26.02.2005
Zukunftsängste im Führerstand

SBB Das Berufsbild «Vision 2010» sieht zwei Klassen von Lokführern vor

Die wirtschaftlich angespannte Situation zwingt die SBB dazu, das Berufsbild der Lokführer neu zu überdenken. Die Lokführer sorgen sich um ihren Berufsstand.

rahel bucher

Auch die Eisenbahnen bleiben von den wirtschaftlichen Veränderungen nicht unberührt. Neben der wachsenden Konkurrenz, welche die Preise drückt, wird von den Bahnen auch immer mehr Produktivität gefordert. Insbesondere im Personenverkehr wird der Wettbewerbs- und Kostendruck weiter zunehmen. Betroffen davon sind auch die Lokführer. Um deren Arbeitsplätze langfristig sichern zu können, wollen die SBB das Berufsbild der Lokführer verändern. «Um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich die SBB auch mit ihren Berufsbildern anpassen», sagt Roland Binz, Mediensprecher der SBB.

Beim Lokpersonal wurde durch die Trennung von Cargo- und Personenverkehrsleistungen bereits der erste Schritt in diese Richtung getan. Vor der Trennung haben die Lokführer noch alle Züge bedient. Der Wechsel habe sich in den letzten Jahren schleichend vollzogen, sagt Hubert Giger, Lokführer bei der SBB und Vorstandsmitglied des Verbandes Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF). «Damit haben wir die erste Trennung hinter uns», sagt Giger, der sich Sorgen um die Zukunft der Lokführer macht.

Mit neuen Kategorien Kosten sparen

Eine weitere Trennung steht nun für die Lokführer im Personenverkehr an. In Zusammenarbeit der Verbände und den SBB sollen neue Lokführerkategorien geschaffen werden. «Wir versuchen, die Bedürfnisse der Lokführer und die der SBB unter einen Hut zu bringen», erklärt François Gatabin, Vize-präsident des Schweizerischen Eisenbahn-und Verkehrspersonal-Verbandes (SEV). «Berufsbild Lokpersonal Vision 2010» heisst das Projekt, welches sowohl Lokführer als auch die SBB zufrieden stellen soll. «Inhaltliche Entscheide sind noch in weiter Ferne, weshalb sich dazu auch noch nichts sagen lässt», sagt Roland Binz, Mediensprecher der SBB.
Laut SEV und VSLF sieht das Projekt «Vision 2010» eine Dreiteilung des Lokführerberufs in Regionalverkehr-, Fernverkehr- und «Super»-Lokführer vor. Laut Gatabin ist vorgesehen, dass Neueinsteiger auf der Stufe Regionallokführer anfangen und durch Weiterbildung auf höhere Stufen klettern können. Die Lokführer stehen dieser erneuten Aufteilung eher kritisch gegenüber. Sie möchten keine weitere Aufteilung des Lokpersonals zulassen. Laut Giger ist die Zufriedenheit der Basis im Moment an einem Tiefpunkt. «Langsam geht es an die Substanz und der Beruf droht kaputtzugehen», sagt Giger.

Lohnkürzungen sind umstritten

Die Unzufriedenheit hängt unter anderem mit der Angst vor Lohnkürzungen zusammen. «Mit der Veränderumg des Berufsbildes wollen die SBB die Preise im Regionalverkehr senken», sagt Gatabin. Doch sowohl der SEV als auch der VSLF wollen nicht von ihren Forderungen abrücken. «Wir beharren auf dem im Gesamtarbeitsvertrag der SBB geregelten Minimallohn», sagt Gatabin. Auch Giger nimmt Lohnkürzungen nicht einfach so hin. «Wir lassen uns nicht den Lohn kürzen», sagt er. Es gehe einfach nicht an, dass die Kosten am Lokführer eingespart werden sollen.

Verhandlungen nicht abgeschlossen

Neben den Lohneinbussen würden sich aber mit der Umsetzung der «Vision 2010» noch andere Probleme aufdrängen. So zum Beispiel die Monotonie. Gerade die Lokführer im Regionalbereich hätten keine Abwechslung mehr, erklärt Giger. «Die Attraktivität des Berufs ginge mit der ´Vision 2010´ endgültig verloren», ist er überzeugt. Zudem führe eine zunehmende Spe- zialisierung der Lokführer zu weniger Flexibilität im Einsatz und zu einer Verschärfung der Sonntagsdienstproblematik, sagt Giger. Die Anzahl Sonntagsdienste sei schon jetzt am gesetzlichen Limit. Die Verhandlungen zwischen den SBB und den Verbänden sind voll im Gang. Laut Binz ist das Projekt noch am Anfang. Falls die Basis der «Vision 2010» zustimme, sollten die Verhandlungen bis im Sommer 2005 abgeschlossen sein, sagt Gatabin. Bis 2010 sollen dann die Umstrukturierungen abgeschlossen sein. Was aber, wenn die Basis nicht einverstanden ist mit der Umstrukturierung? «Ich kann heute nicht sagen, wie weit die Leute gehen wollen», meint Gatabin. Ob es zu einem Streik kommen könnte, weiss er nicht.
Klar ist einzig, dass die SBB die Einführung der neuen Lokführerkategorien auch ohne Zustimmung der Basis einführen können. Durch die Gründung von Tochtergesellschaften kann die SBB die Bildung einer neuen Lokführerkategorie auf regionaler Ebene durchsetzen und diese Kategorie auslagern. Dass es bis zu einer Einigung noch einiges zu verhandeln gibt, bezweifelt Gatabin kaum. Die Vorstellungen der SBB und die der Lokführer über ein Zukunftsbild des Lokpersonals liegen weit auseinander.


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