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Bern, 04.09.2006 - In einer heute vorgestellten Studie der Universität Bern wurde der Zusammenhang zwischen einer Langzeitbelastung durch elektromagnetische Felder und verschiedenen Todesursachen untersucht. Ein früher beobachtetes erhöhtes Risiko für Leukämie war in der neuen Studienperiode nicht mehr ersichtlich. Die Studie liefert hingegen einen Hinweis, dass eine starke Magnetfeldbelastung langfristig das Risiko für Alzheimer-Krankheit erhöhen könnte.

Seit Jahren wird untersucht, ob niederfrequente Magnetfelder ein Gesundheitsrisiko darstellen. In den neunziger Jahren hat die Universität Bern im Rahmen einer Studie festgestellt, dass im Zeitraum von 1972 bis 1993 die Sterblichkeit durch Leukämie bei SBB Angestellten mit starker Magnetfeldbelastung im Vergleich zu schwach belasteten Berufsgruppen erhöht war.


Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und mit Unterstützung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) wurde nun von der Universität Bern eine Erweiterungsstudie mit verbesserter Erfassung der Exposition und vergrössertem Untersuchungszeitraum durchgeführt. Zusätzlich zu den Krebs bedingten Todesursachen untersuchte die Forschungsgruppe neu auch Todesursachen wie Demenz, Alzheimer-Krankheit, und Parkinson-Syndrom. Bei rund 20'000 Angestellten der SBB wurde für die Periode 1972 bis 2002 die Todesursache in Abhängigkeit ihrer beruflichen Magnetfeldbelastung analysiert. Die untersuchten Angestellten gehören vier verschiedenen Berufsgruppen mit unterschiedlicher Magnetfeldbelastung an: Lokomotiv- und Rangierlokomotivführer, Zugbegleitpersonal und – als Vergleichsgruppe mit tiefer Magnetfeldbelastung – Stationspersonal.


Der früher beobachtete Zusammenhang zwischen der Magnetfeldbelastung und Leukämie wurde über die ganze Studienperiode  nicht mehr so deutlich beobachtet. Seit Mitte der neunziger Jahre sind zwischen den vier Berufsgruppen keine Unterschiede mehr ersichtlich. Hingegen hat die Forschungsgruppe für Lokomotivführer, die starken Magnetfeldern ausgesetzt sind, Hinweise auf ein erhöhtes Alzheimer-Krankheitsrisiko gefunden. Kein erhöhtes Risiko wurde beim Zugbegleitpersonal beobachtet. Das bedeutet, dass auch Zugpassagiere keinem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Im Rahmen der Studie wurden seit 1995 insgesamt 1'644 Todesfälle analysiert. Bei den Lokführern wurde die Alzheimererkrankung in 14 Fällen diagnostiziert. Zurzeit ist jedoch nicht bekannt, wie Magnetfelder das Risiko für Alzheimer-Krankheit erhöhen könnten. Es ist nicht auszuschliessen, dass die erhöhten Risiken durch andere Faktoren als starke Magnetfelder verursacht wurden. Bei allen anderen Todesursachen hat die Forschungsgruppe keinen Zusammenhang mit der Magnetfeldexposition über die gesamte Studienperiode festgestellt.


Die Forschung auf dem Gebiet elektromagnetische Felder und Alzheimer ist mit dieser Studie nicht abgeschlossen. Für weitere Untersuchungen müssen noch die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

 

Adresse für Rückfragen:
Bundesamt für Gesundheit, Salome Ryf, Abteilung Strahlenschutz, Tel. +41 (0)31 322 95 05

 

Herausgeber:
Bundesamt für Gesundheit

 


Leukämierisiko für Lokführer/innen in Folgestudie nicht bestätigt

In einer heute vorgestellten Studie ist ein früher beobachtetes erhöhtes Risiko für Leukämie nicht mehr ersichtlich. Neu bestehen hingegen Hinweise auf ein Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Mitte der 90er-Jahre sorgte eine Untersuchung beim Lokpersonal für Verunsicherung: Die Universität Bern suchte nach Zusammenhängen zwischen der Langzeitbelastung durch elektromagnetische Felder und verschiedenen Todesursachen. Festgestellt wurde damals, dass im Zeitraum von 1972 bis 1993 die Sterblichkeit durch Leukämie bei SBB-Angestellten mit hoher Magnetfeldbelastung (Lokpersonal) im Vergleich zu schwach belasteten Berufsgruppen erhöht war.

Folgestudie: 1995 bis 2002

Um diesen Verdacht weiter zu untersuchen, gaben die Bundesämter für Gesundheit und Verkehr (BAG, BAV) eine Folgestudie bei der Universität Bern in Auftrag. Zusätzlich wurden nun bei rund 20’000 zwischen 1972 bis 2002 verstorbenen Mitarbeitenden die Todesregister auf Krankheiten des Nervensystems analysiert, darunter Demenz, Alzheimer-Krankheit und Parkinson-Krankheit. Die Angestellten gehörten vier verschiedenen Berufsgruppen mit unterschiedlicher Magnetfeldbelastung an: Lokomotiv- und Rangierlokomotivführer, Zugbegleitpersonal und – als Vergleichsgruppe mit tieferer Exposition – Stationspersonal.

In der neuen Studie wird der Zusammenhang zwischen der Magnetfeldbelastung und Leukämie – und damit der Verdacht auf ein Risiko – nicht bestätigt. Seit Mitte der neunziger Jahre sind sogar weniger Lokführer an Leukämie verstorben als in der Vergleichsgruppe. Betrachtet man jedoch den gesamten Zeitraum von 1972 bis 2002 zeigt sich weiterhin ein statistischer Zusammenhang – wenn auch weniger deutlich als vor gut zehn Jahren.

Alzheimer-Erkrankung?

Neu ist nun der Verdacht, dass elektromagnetische Felder langfristig das Risiko für die Alzheimer-Krankheit erhöhen könnten. Grund: Unter den 1'644 Todesfälle von 1995 bis 2002 finden sich 25 Alzheimer-Erkrankungen, darunter 14 bei Lokführern. Dies ist für die Wissenschaftler ein Hinweis, dass ein Zusammenhang bestehen könnte. Medizinisch erklärbar ist dieser jedoch bisher nicht. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass der statistische Zusammenhang zufällig ist und andere Faktoren als starke Magnetfelder einen Einfluss haben. Bisher erkannte Risikofaktoren für Alzheimer sind unter anderem Alter, erbliche Veranlagung, Rauchen und Zuckerkrankheit.

Bei allen anderen Todesursachen hat die Forschungsgruppe keine Verbindung mit der Magnetfeldexposition über die gesamte Studienperiode festgestellt.

«Nicht gravierend»

Das Bundesamt für Gesundheit hält weitere Forschungen für notwendig. Spezielle Massnahmen drängten sich jedoch nicht auf. «MedicalService beobachtet die Forschung aufmerksam», hält SBB-Chefarzt Pierre-Albert Voumard fest. «Die jetzigen Ergebnisse sind aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht gravierend.» Ein Zusammenhang sei fraglich; weitere Untersuchungen seien aber sinnvoll. Die SBB begleitete die Folgestudie eng und stellte die notwendigen Daten bereit.

Grenzwerte und Vorsicht.

Die Wirkung elektromagnetischer Felder ist umstritten. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass hochfrequente Felder, zum Beispiel Mobilfunk, je nach Stärke zu einer Erwärmung des Körpergewebes führen. Um dies zu verhindern, hat der Gesetzgeber Grenzwerte erlassen. Untersuchungen innerhalb der SBB zeigen, dass alle Grenzwerte eingehalten werden. Einzig für Personen mit aktiven Implantaten (z.B. Herzschrittmacher) könnten elektromagnetische Felder ein Risiko darstellen. Vorsichtshalber kennzeichnet die SBB jene Arbeitsplätze, an denen starke Felder auftreten. Auch werden Mitarbeitende mit aktiven Implantaten gezielt beraten.

Weitere Informationen:
Bundesamt für Gesundheit
www.bag.admin.ch → Stichwort EMF

Bundesamt für Verkehr: Magnetfeldexposition der SBB-Triebfahrzeugführer von 1919-2002. www.bav.admin.ch → Dokumentation → Publikationen → Fachinformationen → Studien

Quelle: SBB / BAG

 





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