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Bereits im Februar 2009 wurden in Basel Lokführer nach nicht vereinbarten Richtlinien – Ausbildung nur im Regionalverkehr – ausgebildet, entgegen Vision 2010.

Nach der Kündigung der Vision 2010 durch den VSLF wurde an den „Retraite“-Treffen durch die SBB beschlossen, dass zukünftig alle Lokführer auf das jeweilige Depotprofil ausgebildet werden; dies beinhaltet alle Fahrzeuge und Strecken des jeweiligen Depots ohne Spezialfahrzeuge.

Am 4. Januar 2010 präsentierte ZF ein neues Konzept RV, worin auch an Standorten mit Fernverkehr einzig Regionallokführer ausgebildet werden. Als Begründung wurden ändernde äussere Einflüsse angegeben.

Am 24. Februar 2010 präsentierte ZF wiederum ein neues Konzept RV, welches allerdings noch der Konzernleitung SBB zur Genehmigung vorgelegt werden muss. Es beinhaltet neu drei Kategorien von Lokführern:
-    ca. 1'000 Regionallokführer
-    ca. 1'000 Lokführer Regional- und Fernverkehr
-    ca. 500 zeitlich und örtlich ultraflexible Ubv-Lokführer

Der VSLF muss aufgrund der ständigen Konzeptwechsel im Monatstakt und Wortbrüche von ZF davon ausgehen, dass im Bereich ZF entweder nachhaltige Strategien fehlen, oder aber es von Anfang an so geplant war.

Natürlich geht es um Geld. Der Regionallokführer soll weniger verdienen als der Fernverkehr- oder der Ubv-Lokführer, da der Regionalverkehr nicht die gleichen Einnahmen beschert wie der Fernverkehr. Diesem Gedanken von ZF liegen gleich zwei Irrtümer zugrunde:
Erstens: Der Lohn eines Mitarbeiters generiert sich laut GAV aus seiner Arbeit, und nicht aus der Wertschöpfung einer Filiale. Ansonsten müsste diese Rahmenbedingung im neuen Lohnsystem ToCo bei jedem Mitarbeiter der SBB einfliessen, was zu absurden Lohnunterschieden innerhalb der SBB führen würde.
Zweitens: Während der Verhandlungen Vision 2010 vor 5 Jahren wurde auch von den SBB korrekt festgestellt, dass die Anforderungen eines Regionallokführers mindestens so hoch sind wie die eines Fernverkehrlokführers. Ein tieferer Lohn aufgrund der Halte pro Streckeneinheit ist absolut unplausibel.

Das am 24. Februar 2010 präsentierte neue Konzept ZF beinhaltet eine weitere finanzielle Zeitbombe: Dank der verkürzten Ausbildung in Nebendepots mit weniger Strecken- und Fahrzeugkenntnissen können die Ausbildungskosten zwar kurzfristig gesenkt werden, aber bereits mittelfristig steigen die Folgekosten um ein Vielfaches, weil für eine marktfähige SBB der flexible Einsatz von Lokführern unabdingbar ist. Die Folgekosten für die Zusatzausbildungen bei mittlerweile höherem Lohn inklusive Regionalzuschläge übersteigen die kurzfristigen Einsparungen um ein Vielfaches, und die Einsatzplanung wird durch die zusätzliche Spezialisierung der Lokführer weiter erschwert und verteuert, sowie die Ferienplanung durch eine weitere Splittung der Ressourcen massiv verschärft. Zudem ist es unlogisch, dass ausgerechnet die Altersgruppe in der unflexibelsten Lebenssituation die örtlich und zeitlich flexibelste Arbeit leisten soll.

Der VSLF hat den SBB vorgerechnet, dass z.B. ein Lf-Anwärter in Brugg für seine Ausbildung 205,5 Tage benötigt, wobei für die Fernverkehrsausbildung max. 24,5 Tage benötigt werden. Dies sind 12% der Ausbildung. 12% im Ausbildungslohn. Zu bemerken ist, dass die 24,5 Tage Fernverkehrsausbildung rund 33% der viel zu kurzen Fahrpraxis entsprechen.

Es ist schlichtweg unverständlich, dass solche kurzsichtigen Strategien vom ZF bis zur Marktunfähigkeit produziert werden. Umso mehr, da in den nächsten 10 Jahren ein Bedarf von 1’000 neuen Lokführern besteht. Sollte die Attraktivität des Berufes weiterhin so fahrlässig behandelt werden, wird die Fluktuation enorm zunehmen und es werden weit mehr als 1’000 sein.

Der VSLF wird der Konzernleitung SBB und der Leitung SBB P ein umfassender Argumentationskatalog vorlegen.


VSLF Nr. 255,  5. März 2010 HG/SG


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