de | fr | it
 Home  Suchen  Sitemap  Login














Pressecommuniqué

Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter VSLF

Schiedsgericht stellt GAV-Verletzung der SBB im Bereich Arbeitszeiten beim Lokpersonal fest

Das Schiedsgericht nach GAV, welches der VSLF nach gescheiterten Einigungsgesprächen 2008 angerufen hat, stellte fest, dass die SBB dem Lokpersonal bewusst zu viel Arbeit zugeteilt hat und somit den GAV verletzte.
Dieses Urteil wird auch auf die laufenden GAV-Verhandlungen mit der SBB Einfluss haben.
Weiter ist das Schiedsgericht der Argumentation des VSLF gefolgt, dass die ausserhalb des GAV geleistete Mehrarbeitszeit als Überzeit nach OR zu betrachten sind.

Die Lokomotivführer sind weiterhin bereit, den Mehrverkehr der SBB zu fahren und fordern, dass die Anstellung von neuen Lokomotivführer-Anwärtern erhöht und die Ausbildungszeit verlängert wird, um die Sicherheit im Bahnbetrieb zu gewährleisten.


Die SBB hat bei 2050 Std. Jahresarbeitszeit (41 Std. Woche) die Bandbreite der Arbeitszeitkonten von + 150 Std. unter dem Jahr und + 75 Std. beim Jahreswechsel seit Jahren verletzt.
Von 2'300 Lokführer bei SBB Personenverkehr haben Anfang Jahr über 330 Lokführer mehr als + 150 Std. auf dem Arbeitszeitkonto und mehr als 670 Lokführer über + 75 Std. beim Jahreswechsel auf ihrem Zeitkonto. Im Durchschnitt haben im Jahr 2009 alle 2'300 Lokführer weit über + 150 Std. auf ihren Zeitkonten gehabt.

Die SBB hat sich an Einigungsgesprächen im Jahr 2008 nicht bereiterklärt, Zeitguthaben über den im GAV vorgesehenen Grenzen als Überzeit nach OR 321 anzuerkennen. Grundsätzlich wurde der Personalmangel beim Lokpersonal durch die SBB nicht anerkannt.

Der VSLF hat 2009 das Schiedsgericht aufgerufen, um die Fragen beurteilen zu lassen, ob ein Personalmangel beim Lokpersonal SBB Personenverkehr besteht, ob der GAV durch die SBB mit dem Überschreiten der Grenzen bei den Zeitkonten verletzt wurde und wie diese Zeit über den Grenzwerten zu entschädigen ist.

Das Schiedsgericht hat nun am 29. Oktober 2010 festgestellt, dass dem Lokomotivpersonal seit Jahren zu viel Arbeit zugeteilt wurde.
Das Lokpersonal arbeitet im sicherheitsrelevanten Bereich der Eisenbahnen und die SBB hat keine besonderen Anstrengungen unternommen, um die Arbeitszeit im vorgesehenen Rahmen zu halten und die notwendige Erholungszeit zu garantieren.

In Anbetracht der dauernd steigenden Zugsleistungen bei der SBB sind die Lokomotivführer bereit, bis zur Einstellung einer genügenden Anzahl von  qualifizierten Lokomotivführer-Anwärtern die Mehrarbeit weiterhin zu erbringen. Wir erwarten von der SBB jedoch eine Ausbildungsoffensive und die Verlängerung und Professionalisierung der Ausbildung im Interesse der Sicherheit im Bahnbetrieb.

In den nächsten 10 Jahren ist bei der SBB Personenverkehr eine Fluktuation der Lokomotivführer aufgrund von Pensionierungen von ca. 1/3 des Personalbestands zu erwarten; Mehrverkehrsleistungen nicht eingerechnet (Bahn 2030).

Im VSLF sind rund 1’100 Lokomotivführer bei der SBB organisiert.
 
Weiter Informationen: 
Hubert Giger, Präsident VSLF:  051/281 26 96            

www.vslf.com

3. November 2010




www.videoportal.sf.tv/video

 

Interview mit Andreas Rufener (SBB P-OP-RSQ), Hugo Wyler (Sprecher BLS) und Max Binder (Präsident parlamentarischer Verkehrskommission NR)
 






www.videoportal.sf.tv/video

 

Interview mit Rinaldo Zobele (LPV) und Hubert Giger (VSLF)

 









































© 2018 Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter  Rechtliches  Privacy