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Koordinationssitzung VSLF

Am 5./6. Oktober 2017 fand die jährliche Koordinationssitzung VSLF mit dem gesamten Vorstand, der GRPK, allen Sektionspräsidenten, den Leiter/innen Bildung, Mutation, und Werbung in Schönenwerd SO statt.

Die diversen Bildungskurse des VSLF sind oftmals in der Westschweiz wie in der Deutschschweiz komplett ausgebucht. Die Geschäfte in den Pensionskassen wurden analysiert wie auch die GAV und BAR Verhandlungen bei vielen Bahnen. Die Sozialpartnerschaft bei der SOB bedarf einer grundlegenden Stabilisierung, was so beschlossen wurde. Die 79 Neueintritte des letzten halben Jahres wurden definitiv in den Verband aufgenommen. Die Sektionen informierten über Ihre Geschäfte und regionalen Herausforderungen sowie die anstehenden Sektions-Generalversammlungen im Spätherbst. Der KooGV informierte für den Stand der Organisation der Generalversammlung vom 17. März 2018 im Volkshaus in Basel.

 

Fernverkehrskonzession

 

Aus aktuellem Anlass war die Eingaben für die Fernverkehrskonzession ein Topthema. Der VSLF hat zuhanden der Bahnen eine Zusammenstellung mit den Aspekten der Aufteilung von Fernverkehrsleistungen erstellt. Weitere Überlegungen wurden eingefügt. Die Lokpersonalplanung ist einiges anspruchsvoller als eine Fahrzeug-Umlaufsplanung. Durch die Aufsplittung der Leitungsketten sinkt die Produktivität des Lokpersonals rapide, Streckenkenntnisse gehen verloren und bei Störungen und Streckensperrungen vermindert sich die Flexibilität.

 

Sprachprüfungen

 

Die aktuell bei allen Bahnen anberaumten Sprachprüfungen haben bereits für viel Verärgerung beim Lokpersonal gesorgt. Nachdem das BAV kein Sprachniveau für die Fahrt über die Sprachgrenzen festgelegt hat, wurde z.B. bei der SBB das Prüfungsniveau A1+ (A Plus Eisenbahnausdrücke) definiert.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass das Niveau eher einem B1 entspricht, was sehr hoch ist und mit der benötigten Kompetenz für eine sichere Kommunikation nichts mehr zu tun hat. Die Personalkommission PeKo hat sich klar dagegen ausgesprochen. Auch das System der Schulung mit der Firma spexx (Sprachentraining für globale Unternehmen) ist unbrauchbar, da "Eisenbahnerdeutsch" nicht verstanden wird.

Über die Zeitentschädigung für das Erlernen der Sprachen ist noch nicht mit den Sozialpartnern verhandelt worden. Trotzdem wurden die ersten Lokführer aufgefordert, sich für die spätere Sprachprüfungen anzumelden. Dieses Vorgehen ist inakzeptabel.

 

Andererseits gibt es offenbar Lokführer, welche mit einer "Spezialbewilligung" ohne Sprachkenntnisse im Transit über die Sprachgrenzen fahren. Das wäre in der Logik die Bestätigung, dass auch ohne Sprachkenntnisse Züge sicher geführt werden könne. Ob das BAV über diese Zustände informiert ist entzieht sich unsere Kenntnis.

 

Offenbar wurde die konzernweite Definition des Sprachniveaus dazu genutzt um Wunschträume aus dem Projekt "fit4futur" umzusetzen und völlig überrissene Levels festzulegen. Allein 3'000 Lokführer auf ein Prestigeniveau zu schulen und zu prüfen benötigt grosse finanzielle Mittel ohne Nutzen oder Mehrwert. Sollte die Sprachschulung bereits jetzt zur Kundenbetreuung geplant sein, um bei selbstfahrenden Zügen die Kunden zu betreuen, müssen wir an die Aussagen beim Treffen mit dem CEO Andreas Meyer erinnern, dass die Technik für das Verlassen des Führerstandes noch Jahrzehnte weg liegt.

Ob es zu Massen Versetzungen von Lokpersonal in der Schweiz, insbesondere in der West- und Südschweiz kommt, konnten nicht beantwortet werden, was verständlicherweise grosse Verunsicherung beim Personal auslöst. Sollten aufgrund von nicht bestandenen Prüfungen Lokführerwechsel an der Sprachgrenze nötig sein oder sogar ein Notbetrieb eingerichtet werden müssen, haben HR Träume den produktiven Bahnbetreib definitiv erstickt.

 

VSLF Nr. 542, 7. Oktober 2017 HG

 



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