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Unterzeichnung des überarbeiteten GAV-Thurbo

Nach fast genau einem Jahr und zehn Verhandlungsrunden, konnte der neu überarbeite GAV von Thurbo am 10.10.2016 in Tägerwilen im Beisein des neuen Thurbo-Verwaltungsratspräsidenten Werner Schurter sowie Vertreter der Berufsverbände und Thurbo unterzeichnet werden.

 

Weil sich alle Parteien im Herbst 2015 zu Verhandlungen bekannten, musste der GAV nicht gekündigt werden. Auch wurde nicht der gesamte GAV überarbeitet, sondern lediglich Anpassungen an den vordringlichsten Bereichen vorgenommen: Kapitel 7 (Arbeitszeit, arbeitsfreie Tage, Überzeit), Kapitel 8 (Ferien, Urlaub, Feiertage sowie Anhang 3 (Arbeitszeit und Entschädigungen).

 

Der VSLF ist mit dem erzielten Resultat grossmehrheitlich zufrieden auch wenn dieses nicht in allen Punkten vollständig befriedigt. So wurde uns bereits im Vorfeld von Thurbo beschieden, dass Nacht- und Sonntagszulagen nicht Gegenstand dieser Verhandlungen sein werden. Wir hätten diese seit über 10 Jahren gleich hohen Zulagen gerne im gleichen Atemzug angepasst.

 

Der Bezug von ganzen Wochen aus dem Zeitsparkonto wäre aus unserer Sicht besser ohne ein Punktesystem, auf das wir keinen Einfluss nehmen können, eingeführt worden. Doch Thurbo wollte hier unbedingt ein solches System um die Verteilung der Wochen besser steuern zu können.

 

Hingegen begrüsst der VSLF das neue System zu den Grenzwerten (max. 50h pro Jahr resp. Insgesamt maximal 100h) das nun endlich Klarheit über die Auslegung dieses GAV-Artikels schafft. Am Anfang der Verhandlungen drohten diese genau an diesem Punkt zu scheitern, da sich die Haltung von Thurbo und des VSLF zu den Grenzwerten massiv voneinander unterschieden haben. Um ein weiteres Schiedsgericht zu vermeiden, einigte man sich auf die vorliegende Lösung, die Thurbo etwas mehr Flexibilität zugesteht, jedoch auch den Mitarbeiter vor übermässigen Mehr- oder Minderzeiten schützt.

 

Die Eckwerte der überarbeitete GAV-Artikel 7+8 Thurbo

-       Einführung einer zusätzlichen (5.) Ferienwoche für alle Mitarbeiter

-       Ein Ferientag wird neu mit 492 Minuten (statt 468 Min wie bisher) abgerechnet

-       Norm-Jahresarbeitszeit (N-JAZ) wird von 1950h auf 2000h erhöht

-       49 Stunden Zeitgutschrift erfolgen somit durch den längeren Ferientag sowie die zusätzlichen 5 Ferientage à 492 Minuten

-       Generelle Lohnerhöhung um 0.1% zum Ausgleich der um eine Stunde höheren Jahresarbeitszeit

-       Festlegung von verbindlichen Grenzwerten für die maximale Mehrarbeit pro Kalenderjahr (50h) und im Gesamtsaldo (100h) resp. Minderarbeit im Gesamtsaldo (-30h)

-       Einrichtung eines besonderen Zeitsparkontos, ohne Zugriffmöglichkeit für das Unternehmen, und mit verschiedenen Bezugsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden

-       Erhöhung Vaterschaftsurlaub von 2 auf 10 Tage

-       Erhöhung Mutterschaftsurlaub von 4 Monaten auf 18 Wochen

 

VSLF Nr. 517, 10. Oktober 2016 SäG

 



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