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Information der Verhandlungsgemeinschaft BLS AG

SEV / transfair / VSLF

 

Bern, 23. November 2016

 

„Zeit für mich“: Geschenk mit fadem Beigeschmack

 

Die Botschaft tönte gut: die Geschäftsleitung der BLS hat Mitte Monat ein Paket mit verschiedensten Massnahmen für flexiblere und familienfreundlichere Arbeitszeiten kommuniziert. Darunter auch die Verlängerung des Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaubes. Wir begrüssen, dass die GL der BLS damit unsere langjährigen Forderungen endlich umsetzt. Allerdings nehmen wir mit Bedauern zur Kenntnis, dass es nicht möglich war diese Massnahmen in den aktuell verhandelten und im Herbst 2016 unterschriebenen GAV aufzunehmen. Handelt es sich hier also um ein patronales Geschenk, welches je-derzeit auch wieder einseitig abgeändert werden kann?

 

Nachdem die zweijährigen und langwierigen GAV-Verhandlungen mit der Einigung auf rein redaktionelle Überarbeitungen abgeschlossen wurden, kommt dieses Geschenk doch einigermassen überraschend. Will die GL damit sagen, dass sie ihre Sozialpartner nicht mehr braucht? Zumal wir darüber – entgegen der bisherigen Praxis – nicht zeitgerecht im Vorfeld informiert wurden. Wie eingangs erwähnt haben wir die Verlängerung von Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub schon seit längerer Zeit gefordert und sind damit bei der BLS aufgelaufen. Die Art und Weise, wie dies jetzt umgesetzt worden ist, irritiert uns nachhaltig und widerspricht jeglichem Verständnis zum Vorgehen nach Treu und Glauben gemäss GAV und bisheriger Praxis.

 

Lohnverhandlungen: kein Ergebnis für 2017

 

Umso irritierender ist dies alles, als dass sich die GL der BLS anlässlich der diesjährigen Lohnverhandlungen ausser Stande sah, uns auf unsere Forderungen auch nur ein Ange-bot zu machen. Damit wiederholt sich das Spiel des letzten Jahres, war sie damals zu-erst doch noch nicht einmal bereit, mit uns Lohnverhandlungen zu führen. Erst auf unser Insistieren kam sie überhaupt an den Verhandlungstisch. Ergebnis 2015 und 2016: null. Keine Bereitschaft, sich überhaupt ernsthaft mit den Forderungen der Verhandlungsgemeinschaft auseinander zu setzen. Damit sind die Lohnverhandlungen auch in diesem Herbst gescheitert und die BLS setzt lediglich die minimalen gemäss Vertragsanforderungen vorgesehenen Lohnentwicklungen um.

 

So kann Sozialpartnerschaft nicht funktionieren!

 

Auch die GL BLS hat sich an den GAV zu halten, in welchem klar verankert ist, dass die Vertragsparteien nach Treu und Glauben die gegenseitigen Interessen zu würdigen haben. Was hier abläuft, hat nichts mehr damit zu tun und gefährdet unser sozialpartnerschaftliches Vertrauen nachhaltig.

 

Auskünfte:

Michael Buletti, Gewerkschaftssekretär SEV 079 345 40 05

Andreas Dellenbach, Co-Präsident VSLF-Sektion BLS 078 833 55 21

Fritz Bütikofer, Leiter Region Mitte transfair 079 915 57 12

 

VSLF Nr. 519, 23. Nov. 2016 AD



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