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Einführung SOPRE SBB P

Mit SOPRE wurde ein neues Planungstool beim Lokpersonal eingeführt, das eigentlich eine Produktivitätssteigerung durch Optimierung, eine Effizienzsteigerung und Erhöhung der Zuverlässigkeit sowie eine Vereinfachung der Planungsprozesse zum Ziel hatte.

Diese Erwartungen wurden definitiv nicht erfüllt. Für das Lokpersonal fehlen wesentliche Informationen für die zuverlässige Erfüllung ihrer Arbeit, was zu Verspätungen und Zugsausfällen führt.

Auch bei unseren Kollegen von der Lenkung verursacht SOPRE enorme Probleme, da alle Systeme softwaretechnisch miteinander verbunden wurden. Die kleinste Änderung im Ablauf eines Prozesses generiert automatisch Folge-Anpassungen mit gravierenden Folgen für die Disposition, die während dem laufenden Betrieb manuell korrigiert werden müssen.

 

Kontrolle der Ablösungen vor dem Dienst

Aktuell wurde das Lokpersonal angewiesen, spätestens vor Dienstbeginn zu kontrollieren, ob die jeweilige Ablösungen in SOPRE erscheinen. Die Westschweizer Kollegen des LPV und VSLF haben zurecht in aller Deutlichkeit festgehalten, dass das Lokpersonal nicht mehr bereit ist, über Jahre in der Freizeit die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen und als Dank den erhöhten Personalmangel auszugleichen. Dies im Spiegel der Millionenprojekte um allenfalls in Zukunft Züge automatisch fahren zu lassen; wohlverstanden mit voll verantwortlichem Lokpersonal im Führerstand.

 

Verletzungen des Arbeitszeitgesetzes

SOPRE lässt zu, dass Regelungen des AZG und der AZGV in den Dienstplänen nicht eingehalten werden. Der VSLF hat bei der SBB interveniert und sofortige Korrekturen verlangt. Die SBB hat bestätigt, dass die SOPRE Taskforce die notwendigen Verbesserungen rasch umzusetzen versucht.

Weiter verlangen wir von der SBB klare Prozesse, wie sich der Lokführer zu verhalten hat, wenn während der Fahrt eine Verletzung des AZG oder der AZGV droht. Wir fordern das Lokpersonal auf, die Bestimmungen nach AZG und AZGV einzuhalten, da sie Gesetz sind. Die SBB hat im Fall „Beinwil“ vom 8. November 2017, als ein Lokführer wegen Erreichen der Höchstarbeitszeit die Fahrt beendet hat, bestätigt, dass der Lokführer richtig gehandelt habe.

 

Ablenkung während der Fahrt

Jede/r Lokführer/in weiss, dass die grösste Gefahr auf dem Führerstand belastende Gedanken sind, welche von der Führung des Zuges ablenken. Unklare Dienstvorgaben führen zu Stress und Ablenkung bei der Fahrt.

Wir empfehlen dringend, sich während der Fahrt einzig auf die Zugführung zu konzentrieren und erst nach Ankunft am Endbahnhof sich über das weitere Vorgehen Gedanken zu machen. Die Sicherheit und der Selbstschutz haben höchste Priorität, für die Eisenbahn und unsere Kunden.

 

Wechsel der Zeitabrechnung von PIPER zu SOPRE

Wir empfehlen im Hinblick auf den Übertrag der Daten von PIPER zu SOPRE die Daten zu speichern oder auszudrucken.

 

Fazit

Trotz hoch motiviertem Personal lässt das System SOPRE kein zuverlässiges Arbeiten mehr zu.

Ein Ende von Frustrationen und Stress ist nicht in Sicht, da die grosse Herausforderung noch vor uns liegt: bis jetzt konnten viele Unzulänglichkeiten mit der Erfahrung kompensiert werden, aber ab Fahrplanwechsel werden die Dienste neu zusammengestellt und damit fehlen dem Lokpersonal dann auch diese Erfahrungswerte. Ab Fahrplanwechsel beginnen zusätzlich auch Thurbo und TILO mit dem Planungssystem SOPRE einzuteilen.

 

Mit zunehmender Sorge betrachten wir den Machbarkeitswahn der Digitalisierung, deren smarte Versprechungen in einem so eklatanten Missverhältnis zu den Ergebnissen stehen.

 

VSLF Nr. 545, 20. November 2017 HG/RG/MJ/SG



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