Kooperation bei zwei Fernverkehrslinien zwischen SOB und SBB

Wie am 7. Juli bekanntgegeben wurde, haben die Südostbahn SOB und die Schweizerischen Bundesbahnen SBB beschlossen, die Fernverkehrslinien Zürich–Arth-Goldau– bzw. Basel–Luzern–Gotthard-Bergstrecke–Bellinzona–Locarno/Lugano und Bern–Burgdorf–Zürich–Pfäffikon–Chur ab Dez. 2020 unter der Konzession der SBB durch die SOB mit Rollmaterial der SOB fahren zu lassen.

 

Nicht kommuniziert wurde, wie viele Zugsleistungen von der SBB zur SOB verschoben werden. Die SOB spricht von einer Verdoppelung der Verkehrsleistung und einem Bedarf von zusätzlich ca. 90 Lokführern (Stand heute: ca. 140 Lf).

 

Uns erreichten bereits Dutzende Anfragen von Mitgliedern, da dieser Entschluss eventuelle Leistungsverschiebungen an SBB-Standorten wie Basel, Luzern, Arth-Goldau, Chur und im Tessin auslösen wird. Die damit verbundenen Personalverschiebungen – gerade in peripheren Depots – lösen beim betroffenen Lokpersonal eine grosse Verunsicherung aus.

 

Die Aussagen von Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr und Mitglied der Konzernleitung SBB, dass der GAV eingehalten werde und dass es aktuell zu früh sei für konkrete Aussagen über die Auswirkungen auf das Personal, trägt nicht unbedingt zur Beruhigung bei.

 

Ob die vereinbarte Kooperation Vorteile für die Kunden und beide Unternehmen bringen wird, werden wir kritisch verfolgen. Die Ausgangsstandorte und Kadenz der betroffenen Züge widersprechen dem heute von den SBB angestrebten wirtschaftlichen Personaleinsatz. Die SOB lässt offen, teilweise auch Personal anzumieten.

 

Den Sozialpartnern wurde ein enger Kontakt zu den Planungen der Einsatzkonzepte zugesichert.

 

Der VSLF wird sich dafür einsetzen, dass potentielle Personalverschiebungen nicht nur GAV-konform (dies setzen wir voraus), sondern vor allem auch sozialverträglich und auf freiwilliger Basis umgesetzt werden. Dies auch im Interesse der Unternehmung.

 

 

VSLF Nr. 536, 10. Juli 2017 RG/HG