Handhabung der neuen Zeitkonten bei Thurbo

Seit 1. Januar 2017 gilt der neue GAV-Thurbo mit den überarbeiteten Kapiteln 7 + 8. Darin enthalten sind Regelungen über das neue Zeitsparkonto sowie die neuen "Grenzwerte" der (Jahres-)Arbeitszeit.

 

Ende 2016 war im Jahresbrief des Einteilers zu lesen, in welcher Rangfolge die Zeitbestände abgebaut werden sollten (1. Vorhandene Überzeit, 2. +/- Vorjahr, 3. +/- laufendes Jahr). Einige Mitglieder haben sich darauf an uns gewandt, dass sie keine Zeiten aus dem Vorjahr abzubauen gedenken. Um die Meinungsverschiedenheiten zu klären, fand am 7. Februar 2017 in Kreuzlingen eine Sitzung mit Stefan Thalmann und Daniel Fust sowie Vertretern der Berufsverbände statt.

 

1. Übertrag auf das Zeitsparkonto

 

Die Überträge aller Zeitguthaben aus dem Jahr 2016 sollten mittlerweile bei allen Mitarbeitern gemäss den vereinbarten Bedingungen abgeschlossen und auf das aktuelle Jahr übertragen worden sein:

 

- Guthaben im Konto +/- über 100 Stunden: -> Zeitsparkonto (ZSK)

- Guthaben im Konto +/- bis 100 Stunden: -> +/- Vorjahr (T-+/--V)

 

Das Konto +/- wird neu jährlich abgerechnet.

 

Künftige Überträge von Zeitguthaben:

 

- Guthaben im Konto +/- über 50 Stunden: -> Uez-Konto / Zeitsparkonto (ZSK)*

- Guthaben im Konto +/- bis 50 Stunden: -> +/- Vorjahr (T-+/--V)**

 

* = Auf ausdrücklichen Wunsch des Mitarbeitenden kann das Guthaben statt auf das Uez auf das ZSK-Konto übertragen werden. Die Mitarbeitenden werden von Thurbo rechtzeitig auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.

 

** = Bis das Konto (T-+/--V) einen maximalen Saldo von 100h aufweist. Das diesen Wert übersteigende Zeitguthaben wird auf das Uez-Konto (resp. ZSK*) übertragen.

 

2. Zugriff auf das Konto +/- Vorjahr

 

Der Hauptgrund für die Zusammenkunft war die Ankündigung von Thurbo betreffend der Priorität des Zeitabbaus (siehe Einleitung). Thurbo möchte bei einem Freiwunsch eines Mitarbeiters vorrangig Zeit aus dem +/- Konto des Vorjahrs (T-+/--V) ins neue Jahr umbuchen (fiktiver Dienst mit 8.2h am betreffenden Tag). Im PIPER würde es dann so aussehen, wie wenn die/der Mitarbeitende an diesem Tag gearbeitet hätte. Als Grund gibt Thurbo an, man hätte so einen besseren Überblick darüber hat, ob einem Mitarbeitenden durch die Jahreseinteilung ein Plus oder Minus entstanden sei (Einhaltung der neuen Grenzwerte vor allem gegen unten).

 

Die Verbände wünschen aber keine Vermischung von Zeitguthaben aus der Vergangenheit mit der aktuellen Jahresarbeitszeit denn durch Freiwünsche des Mitarbeitenden würde dessen Konto +/- Vorjahr (T-+/--V) belastet und gleichzeitig die aktuelle Jahresarbeitszeit künstlich aufgeblasen. Der Grenzwert gegen oben würde so viel schneller erreicht, was auch wieder zu Unstimmigkeiten führt. Zudem hat jede/r Mitarbeitende das Recht auf 2'000h zugeteilte Arbeit sofern sie/er kein anderes Arbeitszeitmodell gewählt hat.

Auch ist zu befürchten dass Mitarbeitende spätestens in der zweiten Jahreshälfte vermehrt zu Hause bleiben müssten, weil sie zu viel Zeitguthaben auf ihrem +/- Konto besitzen.

 

Vorerst gilt deshalb folgende Abmachung:

- Thurbo und die Verbände legen im ersten Jahr ein besonderes Augenmerk auf die beiden Zeitkonten.

- Bei allen Kolleginnen und Kollegen die eine Vereinbarung betreffend "vermehrtem Spätdienst" unterzeichnet haben wird bei Freiwünschen vorerst keine Zeit aus dem Vorjahr umgebucht.

- Ebenso entfällt diese Umbuchung wenn der Freiwunsch an einem anderen Tag kompensiert wird.

- Bei allen anderen Mitarbeitenden setzt Thurbo den Mechanismus wie angekündigt um.

 

Wir werden die Situation weiter beobachten, sind jedoch auf eure Hinweise angewiesen. Sollte bei euch ein ungerechtfertigter Zeitabbau stattfinden, so setzt euch bitte mit uns und je nach Fall mit der Peko in Verbindung.

 

3. Umrechnung Guthaben AZT-Tage

 

Die AZT-Tage wurden mittlerweile wie vereinbart mit 8.2h/Tag dem Zeitsparkonto (ZSK) gutgeschrieben. Pro 6 solcher Tage (49.2h) mussten nach altem GAV 50h mehr gearbeitet werden. Bis Dezember 2016 wurde diese Zeit als ganze Tage im Piper geführt. Da die Masseinheit nun aber Stunden statt Tage ist, hätte die Möglichkeit bestanden, diese kleine Unstimmigkeit (konkret handelt es sich um 8 Minuten pro AZT-Tag) zu korrigieren. Auf dieses Manko angesprochen zeigte Thurbo keinerlei Verständnis - es würden so nur neue Ungerechtigkeiten entstehen…. Wir bedauern diesen Entscheid und sehen es als verpasste Chance von Thurbo, sich für einmal etwas grosszügig zu zeigen.

 

VSLF, Nr. 525, 20. Februar 2017 SäG