ALE Vorstandsitzung in Athen

Die Vorstandssitzung vom 6. Oktober 2017 wurde durch die Kollegen der griechischen Gewerkschaft PEPE in Athen organisiert. Infolge Terminkollision mit der Koo-Sitzung des VSLF konnte leider kein Mitglied des Vorstands VSLF an die ALE Vorstandssitzung entsandt werden. Zudem fehlten an der Sitzung auch die Vertreter der belgischen Gewerkschaft SACT und Vertreter der serbischen Gewerkschaft NSMS. 

 

Der geschäftsführende Vorstand der ALE informierte über den Stand der Beziehungen mit der European Transport Workers' Federation ETF und der Zusammenarbeit mit der CESI Confédération Européene des Syndicats Indépendants (Europäische Union der unabhängigen Gewerkschaften) für die Kontakte mit der EU-Kommission. Die CESI und die ALE werden das Geschäft weiterführen um im sozialen Dialog Einfluss nehmen zu können.

 

Ein immer auf der Traktandenliste vorhandenes Thema verschiedener Gewerkschaften der ALE sind die Sicherheitsprobleme bei diversen Eisenbahnen, bei denen die Liberalisierung absurde Formen annimmt. Lokführer werden vermehrt unter Druck gesetzt, mit fehlenden Sicherheitseinrichtungen zu fahren.

Beispielsweise ist in Griechenland der Personenverkehr vollständig liberalisiert. So besteht eine Strecke zwischen Athen und Korinth von ca. 120 Kilometern, bei welcher zwischen den Stationen ohne Signale und ohne Zugbeeinflussung mit 160 km/h gefahren wird!!

Bei der Ausbildung fehlen oft die Ausbildungs-Handbücher sowie auch die Instruktoren. Offenbar lassen die EU-Richtlinien zu viel Spielraum zu.

Praktisch in ganz Europa mangelt es an Lokführern, die Ausbildungszeit der Lokführer wird immer kürzer, krassestes Vorkommnis ist aus Polen bekannt, wo die Ausbildungszeit gerade nur 3 Monaten gedauert hat.

 

Vor einem Jahr wurde zwischen Gewerkschaft Deutscher Lokführer GDL und der Dänischen Gewerkschaft DJF eine Vereinbarung über den grenzüberschreitenden Verkehr 50/50 % abgeschlossen. Die darin formulierte Absichtserklärung über die tarifliche Umsetzung (Lokführer behält die höhere Entlohnung, auch wenn er in einem tiefer Entlohnten Land fährt) hat die DJF mit den Bahnen in Dänemark bereits erreicht. Die GDL hat dies tariflich noch nicht erreicht, aber Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL, ist fest entschlossen, dies bei den Deutschen Bahnen durchzubringen, allenfalls auch mittels eines Arbeitskampfes. Zudem hat die GDL bereits Kontakt mit der Tschechischen Gewerkschaft FS CR aufgenommen, um dort die gleiche Regelung zu erlangen. Entsprechende Verhandlungen sind am Laufen.

In der Schweiz finden aktuell beim sistierten Schiedsgericht bei SBB Cargo International über die 50/50 % Regelung Verhandlungen statt.

 

Nachdem die Homepage der ALE nicht mehr durch den VSLF weiter bewirtschaftet wird, ist nun die spanische Gewerkschaft SEMAF in Madrid am Aufbau einer neuen ALE-Homepage. Vorgesehen ist wie bisher die Möglichkeit mehrere Sprachen anzubieten.

 

Im Jahr 2018 findet der alle vier Jahre stattfindende ALE-Kongress voraussichtlich in Deutschland statt. 

 

 

VSLF Nr. 543, 11. Oktober 2017 KL/HG