SOPRE SBB P: Umstellung auf Piper unausweichlich

Ausgangslage

 

In den SOPRE-News der SBB wurde uns bekanntgegeben, dass sich die SBB gegen eine Auslösung der «Rückfall-Ebene Piper» ausgesprochen hat. Der eingesetzte Task Force Modus soll im Frühling aufgelöst werden und die wesentlichen Probleme sollen bis dann behoben sein.

 

Tatsache ist, dass die Probleme von SOPRE seit Jahren bekannt sind und nicht gelöst werden können. Bereits im letztjährigen Testbetrieb bei der Abteilung VM wurden zum Teil Sonntags- und Nachtzulagen sowie Tagesvergütungen nicht berechnet, Touren sind verschwunden, AZG-relevante Übergänge von Dienst zu Dienst wurden nicht berücksichtigt, Rundungen falsch angewendet etc.

 

Trotz den bekannten Problemen wurde SOPRE durch VM (Zugpersonal) freigegeben und bei ZF (Lokpersonal) eingeführt; dies erachten wir als grobe Fahrlässigkeit.

Kritische Stimmen wurden konsequent ignoriert oder vertröstet. Die TaskForce besteht aus den Verantwortlichen für die Einführung des Planungstools, was eine objektive Bewertung der Sachlage in Zweifel stellt.

Selbst bei den grössten Optimisten sinkt das Vertrauen in dieses Planungsprogramm gegen Null. Mit dieser erneuten Verschiebung werden die Probleme nicht gelöst; bestenfalls wird ein Stand wie vor 2 Monaten erreicht, was eine deutliche Verschlechterung zum alten Planungstool PIPER darstellt.

 

Auswirkungen

 

Die erhöhte Komplexität bei der Planung des Lokpersonals, sowie die falsche Priorisierung der Vernetzung mit den Rollmaterial-Programmen führt zudem zu neuen Problemen, die unsere Produktivität erheblich beeinträchtigt:

· Planungen für geänderte Umläufe wie z.B. Baustellen können nicht mehr fristgerecht erstellt werden.

· Die Avisierungs-Fristigkeiten für das Lokpersonal bei geänderten Touren werden nicht eingehalten.

· Durch die Überlastung der Server wegen der enormen Datenmenge wurden die TOP-Daten aus dem LEA entfernt; der Lokführer muss sich seine Tourendaten mit grossem zeitlichen Aufwand aus diversen anderen Programmen zusammensuchen, wobei wesentliche Informationen zur Ausübung seines Dienstes nach wie vor fehlen.

· Diverse, diesen Rahmen sprengende Unzulänglichkeiten für die Mitarbeiter der Resourcenplanung.

· Neu sind zudem sicherheitsrelevante Fehldarstellungen im LEA wie z.B. von Geschwindigkeiten. Der Rückgriff auf Programme aus der Rückfallebene hat gravierende Konsequenzen auf die Fahrweise, und somit auf die Fahrplanstabilität. Dieses Problem wurde vorübergehend korrigiert.

 

All diese Probleme führen zudem zu einer Verunsicherung während der Ausübung des Dienstes und somit zu einer Ablenkung im sicherheitsrelevanten Bereich. Dies kann nicht im Interesse der Unternehmung sein.

 

Konsequenz

 

Es wird Zeit, dass Entscheidungen getroffen werden. Der Betrieb wird mittlerweile nur noch durch die Kulanz der Mitarbeiter der Resourcenplanung und des Lokpersonals aufrecht erhalten, doch diese währt nicht ewig. Die Frustration unter den Mitarbeitern ist im Grenzbereich.

Die von SOPRE ausgelösten Probleme verursachen bei den Betroffenen täglich einen enormen zeitlichen Mehraufwand und wir erwarten eine unbürokratische Abgeltung nach den geltenden Regeln.

 

Info vom Chef: SOPRE News 12.1.18: «Zudem haben die RP-Mitarbeitenden eine erheblich Lernkurve erzielt.» Den Mitarbeitern der Resourcenplanung wurde ein fehlerhaftes Instrument gegeben, mit dem sich nicht professionell arbeiten lässt. Von einer Lernkurve zu sprechen ist despektierlich gegenüber den Mitarbeitern, die dank ihrer Professionalität und einem enormen Mehraufwand den Betrieb trotz SOPRE am laufen halten. Die Probleme liegen nicht bei RP, sondern beim Planungstool.

 

Wir erwarten eine sofortige Umschaltung auf Piper.

 

Der VSLF wird zusammen mit den anderen Sozialpartnern diesbezüglich bei den Verantwortlichen vorsprechen.

 

Bitte meldet eure Probleme mit SOPRE unter: sopre@vslf.com

 

 

VSLF Nr. 550, 12. Januar 2018 RG/HG/SG/DR